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Turnfahrt Reisebericht 2006

 

 

Am Samstag den 16. September 2006 trafen sich 6 Männer des SATUS TSV Obersiggenthal auf dem Perron 1 in Baden für eine Turnerreise. Tja, ihr habt es erraten, ich war der letzte der zur Wandergruppe gestossen ist, deshalb schreibe ich den diesjährigen Bericht.

Im Zug von Zürich nach Ziegelbrücke nahmen wir im Speisewagen platz und genehmigten uns ein Zmorge. In Ziegelbrücke angekommen stiegen wir in den Zug Richtung Ziegerschlitz um. Dort konnten wir sitzen bleiben bis zu unserem Zielbahnhof. Auf der Fahrt dort hin erklärte uns Fritz Bolliger die Berggipfel, Gletscher und Täler des schönen Glarnerlands. Nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Schwanden hielt der Zug an. Plötzlich sahen wir den Lockführer bei uns vorbei marschieren. Er wechselte den Führerstand. Wir fuhren wieder zurück in den Bahnhof. Dort gab er bekannt, dass ein Problem mit einer Weiche sei. Nach einem kurzen Aufenthalt ging die Fahrt wieder weiter. Mit einer kleinen Verspätung kamen wir in Luchsingen-Hätzingen an. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis die Gondelbahn fuhr. Wir versuchten uns auf die Wanderung vorzubereiten und suchten deshalb einen geeigneten Platz dafür. Wir faden keinen, denn alle Wirtshäuser waren zu dieser Zeit noch geschlossen. Deshalb entschlossen wir uns direkt zur Talstation der Bergbahn zu gehen. Dort angekommen wunderten wir uns über die Gondel die wir besteigen sollten. An der Wand des Billetshäuschen war eine Nutzlasttafel montiert auf der unter anderem das Wort Barelle stand. Ausser Andy wusste niemand so recht was dies bedeutete. In ihr hatten mehr Leute platz als in der Kabine. Es war eine auf beiden Seiten offene Gondel. Die Türe konnte man während der Fahrt aushängen, das Dach war aus Alublech und darunter ein Rettungsseil montiert. In Fahr- und Gegenfahrrichtung war sie mit einer blauen Blache geschlossen. Als ersten Versuch haben wir Nik in die Barelle gesetzt um sie zu testen. Sie hat den Test bestanden. Bevor wir aber in ihr platz nehmen konnten, durften wir noch einen Alpabzug mit Schafen miterleben. Während zwei, drei Minuten rannten sie an uns vorbei. Kurz vor zehn erschien der Billetverkäufer. Wir zahlten, stiegen ein und ab ging es nach oben. So primitiv ausgerüstet habe ich noch nie eine Luftseilbahnfahrt erlebt. Plötzlich sauste etwas an uns vorbei. Nik machte ein Beweisfoto. Es war die talwärts fahrende geschlossene Kabine. Es gibt sie doch.

Nach einer kurzen Fahrt über Schluchten und Baumwipfeln und Blicken auf die andere Talseite kamen wir unversehrt am Brunnenberg an. Dort wartet schon ein Schaf mit seinem Begleiter um mit der Barelle nach unten gefahren zu werden. Wir halfen ihm das Schaf einzuladen. Er bedankte sich und fuhr talwärts. Nun ging es los, die Wanderung. Die Schuhe noch einmal richtig geschnürt und ab Richtung „Oberblegisee“. Laut Wegweiser war unser Ziel eine Stunde von uns entfernt. Über den „Unterstaffel“, „Ebnet und die Alp „Oberblegi“ erreichten wir auf anfangs leicht ansteigenden und später etwas steileren Wanderwegen unser Ziel, den „Oberblegisee“. Es war ein schöner kleiner Bergsee. Hier rasteten wir und verpflegten uns aus dem Rucksack. Von hier aus sahen wir schon unseren Zielberg die Leiteregg die wir am Sonntag, bei schönem Wetter besteigen möchten. Nach einer halben Stunde Rast ging es auf schmalen Wanderwegen weiter Richtung „Mittlerer Staffel“. Auf dem Weg dort hin liess es sich Andy nicht nehmen ein Foto mit „Lisa“ zu machen. Sie hielt ruhig hin und sprang nicht davon. Kurz nach dem Fotoshooting zog der Nebel dem Bächibach entlang das Tal hoch. So schnell kann in den Bergen das Wetter umschlagen. Es waren aber Gott sei Dank nur ein paar Nebelschwaden. Kurz darauf sahen wir wieder in die Ferne und am Horizont war gut sichtbar ein angeschriebenes Haus zu sehen. Im „Bächistübli“ setzten wir uns auf die Terrasse und tranken etwas. Wir liessen es uns gut gehen und genossen die Sonne. Andy aber, unser Reiseführer, schaute nachdenklich ins Tal hinauf. Dort, wo wir nach unserer Rast hin müssen. Kurzerhand steckten alle ihre Köpfe über die Karte und sahen, dass wir von hier aus, dem Mitler Staffel auf 1383m ü.M bis zum Seblengrat 460 m überwinden müssen. Und dies vom Ober Staffel aus auf einem Zick-Zack-Weg. Wir konnten Schmassi überzeugen keine Runde mehr zu bezahlen, sondern unsere Schulden zu begleichen und und auf Wiedersehen zu sagen. Auf dem nächsten Wegweiser war ein einhalb Stunden angegeben bis zum Seblengrat. Auf schmalen, erdigen Wanderwegen stiegen wir zu unserem Ziel auf. Kurz vor dem Ober Stafel zog uns Nik davon. Ich weiss es bis heute nicht, ob er getrieben vom Ärger dass es keine Runde „Bächistübli Kaffi“ bezahlen durfte oder dass wir zu langsam gewandert sind, er so schnell den Berg erklommen konnte. Hans, Fritz und Dölf waren die Verfolgergruppe und Andy und ich waren das Schlusslicht. Doch auch wir beide erreichten das Ziel, den Seblengrat zurzeit. Nik hatte schon seinen Rucksack neben sich gestellt und genoss vor herrlicher Kulisse ein kühles Bier. Von hier oben hatten wir eine tolle Rundsicht. Vor uns sahen wir die ganzen Bergketten des Glarnerlandes und im Rücken den Oberblegisee mit anschliessendem Glärnisch bis hin zum Voderer Eggstock, unserem Kletterberg vom Sonntag.

Wir genossen eine zeitlang dieses Panorama. Danach ging es weiter über die Bergstation Seblengrat durch einen Tunnel Richtung Gumen. Schon nach 20 Minuten erreichten wir das Bergrestaurant, unser heutiges Ziel. Gemütlich liessen wir uns alle nieder. Vor dem Nachtessen suchten wir unsere Schlafstellen auf, machten uns frisch und genossen das Abendessen und den Abend. Andere Vereine sangen an den Nebentischen und bei den Liedern die wir kannten, sangen wir mit. Es wurde nicht spät. Ich glaube noch nie so früh mit meinen Satuskollegen zu Bett gegangen zu sein.
Am nächsten Morgen gab es ein ausgedehntes Frühstück und schon bald auch eine
guten Kaffee, den man in drei Schichten einteilen konnte. Dieser Kaffe war für die gute Laune, denn draussen regnete es. Der Aufstieg auf die Leiteregg fiel buchstäblich ins Wasser. Anstelle dieses Anlasses nahmen wir den Abstieg unter die Füsse. Nochmals einen Blick zurück und dann den Blick auf die wasserführenden Wanderwege, ging es talwärts. Vorbei am Ober Stafel der Braunwaldalp liessen wir uns, Dölf, Andy Hans und ich, vom Wegweiser „Zwergenhöhle“ verführen. In der kleinen Schlucht sahen wir Spaten, Laterne und den Diamanten der Zwerge. Für jüngere Wanderer sicherlich unterhaltsam. Fritz und Nik dagegen gingen schnurschtraks über die Bruwaldalp dem nächsten Ziel entgegen, Grotzenbüel. Auch der Zwergentrupp hat sich einwenig später dort eingefunden. Von hier an trennten sich die Wege von Dölf, Andy, Nik und mir. Wir mieteten uns Trottinets und fuhren mit Helm und Sack und Pack über Unter Stafel, Rubschen und Höcheli nach Braunwald. Es war ein Erlebnis mit einem solchem Vehikel ins Tal zu fahren. Wir kamen alle heil unten an und gaben unsere Fahrzeuge an der Bergstation der Standseilbahn ab. Hans und Fritz gingen zu Fuss bis Braunwald. Es war Mittag, Zeit etwas zu essen. Dölf, Andy und ich nahmen an einem Tisch platz und verpflegten uns aus dem Rucksack. Nur Schmassi setzte sich nicht zu uns. Wir sassen nämlich in einem Gartenrestaurant. Doch bei dieser schlechten Witterung waren keine Wirtshasusgäste hier, denen wir den Platz wegnehmen könnten. Später stiessen auch Hans und Fritz wieder zu uns und wir begaben uns zur Station der Standseilbahn. Dort machten wir noch die letzten Erinnerungsbilder dieses Wochenendes. Um das Plakat unserer Wanderung besser fotografieren zu können, nahm ich Andy auf die Schulter. Dies war eines der letzten Anstrengungen dieser Turnfahrt. Mit der Standseilbahn fuhren wir hinunter zur SBB Station wo wir auf den nächsten Zug nach Ziegelbrücke warteten. Andy erkundigte sich am Perron über einen Lautsprecher, wann der nächste Zug fährt. Eine nette, weibliche Stimme gab freundlich Auskunft. Wegen der starken Regenfälle waren die Zugsverbindungen in Ziegelbrücke Richtung St. Gallen unterbrochen. Und es herrschte ein reger Betrieb auf dem Bahnhofplatz. Im Bahnhofbuffet von Ziegelbrücke warteten wir auf unseren Zug.

Unversehrt und müde machten wir uns auf den Heimweg. In Nussbaumen wollten wir gemeinsam noch den Abschiedstrunk geniessen. Mit einer Wirtshaus Wanderung endete unser Wochenende. Die „Waage“ war zu und das „Chico“ wollte schliessen. Die Wanderung zurück zum „Sternen“ machten Dölf und ich nicht mehr mit und verabschiedeten uns deshalb vom Rest der Kollegen.

Ich möchte an dieser Stelle Andy für die tolle Organisation und das gelungene Wochenende danken.